Füße hoch und abwarten? Absolventa im Test
Geschrieben am 09.09.2008 um 08:07 Uhr von Nadia
Neben dem ganzen Geblogge sind wir, wie Ihr wisst, auch “echte” Personaler. Wir lesen Bewerbungen, schreiben Mails, telefonieren, suchen Bewerber, führen Vorstellungsgespräch und so weiter. Manchmal ergibt sich der glückliche Umstand, dass sich beides verbinden lässt. Eben dies ist uns im Fall von Absolventa passiert. Und die Geschichte geht so:
In unserem Jenaer Büroturm sitzt, neben vielen anderen E-Commerce-Firmen, auch das Team vom Preisbock (siehe Widget rechts unten). Die Jungs und vor allem die Mädels sind ziemlich erfolgreich und so ergab es sich, dass ein/e Sourcer/in gesucht wurde. Das ist jemand, der für die Shopping-Plattform die Produkte aussucht, mit den Händlern spricht und darüber nachdenkt, was die Leute wohl gerne kaufen würden. Es sollte in diesem Fall jemand sein, der kaufmännisch etwas drauf hat, gut organisieren und kommunizieren kann, der Trends erkennen kann und der Spaß daran hat, bei einem Projekt wie dem Preisbock mitzuarbeiten.
Auf jeden Fall war genau diese Suche unser Auftrag. Kurz zuvor hatten Pascal und Sascha von Absolventa (die neue Jobbörse für Studenten, Absolventen und Young Professionals) bei uns angeklopft, weil sie fanden, dass Bewerberblog und Ihre Jobplattform ähnliche Nutzer haben. So haben wir uns gegenseitig vorgestellt und geplant, was wir so gemeinsam anstellen könnten. Wir wollten das Ganze dann testen und bekamen einen kleines Guthaben für die Suche auf Absolventa. Also haben wir direkt mit der Suche nach dem Preisbock-Einkäufer begonnen.
Normalerweise haben wir mit Lebenslauf-Datenbanken keine gute Erfahrungen: Zu voll, schlechte Suche, veraltete, ungenaue und nicht gepflegte Profile, umständlich und teuer. Deshalb waren wir ziemlich skeptisch. Absolventa dagegen versprach immerhin, man müsse nur dann zahlen, wenn es zu einem richtigen Kontakt käme, also Personaler und Bewerber den Kontakt zueinander aufnähmen.
Mit einer leicht zu bedienenden Suchmaske geht man nun auf die Pirsch und kann die gewünschten Profile anhand von Abschlussnoten, Sprachkenntnissen, Fachbereichen, Verfügbarkeit oder Einsatzort einkreisen. Die Profile sind fast alle mit Bildern und detaillierten Lebensläufen versehen und auf einem aktuellen Stand. Wann sich der Absolvent das letzte Mal mit seinem Profil beschäftigt hat, wird außerdem angezeigt. Ein absoluter Pluspunkt!
In unserem Fall identifizierte ich vier Kandidaten und bat um einen Erstkontakt. Von den vieren meldeten sich drei recht schnell. Von denen wiederum war eine Kandidatin sofort bereit, von Berlin nach Jena zu einem Vorstellungsgespräch zu kommen. Das Interview lief gut und wenige Tage später hatten wir eine neue Preisbock-Einkäuferin. So muss es sein. Für alle das zahlten wir (rechnet man die Gutschrift zum Testen nicht mit) 460 Euronen. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, wieviel Kohle für die Suche nach geeigneten Kandidaten sonst so ausgegeben wird. Die ganze Sache hat sich also gelohnt, alles ging schnell und unkompliziert. Dafür gibt es ein dickes Lob von uns.
Zwei Dinge aber gefallen mir nicht so gut und beide liegen in der Natur der ganzen Geschichte: Absolventa wirbt mit dem Slogan “Gefunden werden statt bewerben”. Das ist attraktiv für Absolventen, aber meiner Meinung nach auch gefährlich. Trotz Fachkräftemangel bekommen aber die Studis von heute in der Regel Ihre Jobs eben nicht hinterhergeworfen. Ein bisschen Selbstreflexion, Anstrengung und die Erfahrung, sich mit anderen vergleichen lassen zu müssen, gehören zum Berufseinstieg dazu und sind meiner Meinung nach für die Persönlichkeitsbildung sehr wichtig. Jemand, der ausschließlich darauf setzt, dass schon jemand kommt und ihn in sein Unternehmen bittet, könnte möglicherweise ein passiver oder überheblicher Mensch sein, der Probleme im Team hat. Das ist allerdings reine Spekulation, denn im Fall unserer Kandidatin ist das keineswegs so, für sie war Absolventa nur ein Teil Ihrer Bewerbungsaktivitäten.
Ein zweites und vermutlich für die einstellenden Unternehmen das wesentlichere Problem sehe ich darin, dass die Suche und Ansprache von Absolventen in dem Netzwerk einfach zu viel Zeit kostet. So komfortabel die Suche und Abwicklung bei Absolventa auch ist, ein paar Stündchen muss man sich schon Zeit dafür nehmen. Da ist es dann doch einfacher, auf Bewerbungen zu warten. Mit diesem Wermutstropfen muss man bei allen Formen von Lebenslauf-Datenbanken leben und vermutlich hängt die Entscheidung für oder gegen dieses Recruiting-Mittel vom Leidensdruck des Unternehmens ab. Und der ist im Absolventenbereich (zumindest in den meisten Branchen) noch nicht groß genug. Aber das wird ja vielleicht noch, Sascha und Pascal glauben jedenfalls daran.
Alles in allem ist die Plattform gelungen, sie ist supergut bedienbar und schlägt alle anderen Lebenslauf-Datenbanken um Längen. Die Suche könnte noch besser gemacht werden, dort lässt sich an der Genauigkeit arbeiten. Ich denke, dass dieses Internet-Projekt funktionieren wird und wünsche Absolventa, dass sie noch vielen Unternehmen bei der Besetzung von Stellen helfen kann.
Themenbereich(e): - Online-Recruiting, Ausbildung, Berufseinstieg, Bewerbung, Fundstücke, Job&Karriere, Jobbörsen, Recruiting
5 Kommentare zu „Füße hoch und abwarten? Absolventa im Test”
Hallo Nadia,
mittlerweile können Firmen auch Stellenanzeigen auf Absolventa.de veröffentlichen, auf die sich die Absolventen mit ihrem ABSOLVENTA-Profil bewerben können. Mit einem Klick können die Absolventen den Personalern ihren Lebenslauf quasi direkt auf den Schreibtisch legen. Das hat Vorteile für beide Seiten:
Die Absolventen können mit minimalen Aufwand aktiv einen Schritt auf die Unternehmen zugehen. Das bedeutet eine Bewerbung für alle Unternehmen! Und die Firmen können sicher sein, dass die Absolventen konkretes Interesse an der Stelle haben.
Viele Grüße,
Lukas und das ABSOLVENTA-Team
Helmut
#3
Die Seite ist super. Ich kriege da auch immer wieder Jobangebote, die für mich passen.
Falls ihr euch neu registriert, der Gewinnspielcode ist: career-service
Also noch viel Erfolg bei der Jobsuche und viel Glück beim Gewinnspiel.
[...] 5: „Füße hoch und abwarten? Absolventa im Test” Nadia hat diesen Artikel im September letzten Jahres geschrieben und ich muss leider gestehen, dass [...]
Spannend wäre wie hoch denn die Vermittlungsquote war der Studenten, die die Füsse Hochlegen konnten.
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Pascal
09.09.2008, 08:55 Uhr
#1
Hallo Nadia,
danke für den positiven Artikel über uns, freut uns natürlich, dass ihr sofort die Stelle besetzen konntet!
Als kleine Ergänzung: Personalverantwortliche, die keine Zeit haben selber zu suchen, unterstützen wir mittlerweile mit unserer Abteilung Absolventa Service und suchen geeignete Kandidaten an Hand von Stellenprofilen heraus.
Zugang für Bewerber ist übrigens mit dem Zugangscode “bewerberblog” möglich.
Viele Grüße,
Pascal
PS: Absolventa auf der Zukunft Personal in Köln, Stand G07 in Halle 5.1