Bewerbung, Klappe, die 1.!
Geschrieben am 16.07.2008 um 08:04 Uhr von Isa Schmiedgen
Der Frühling war noch kaum zu erahnen, als Cornelia auf Myjobvideo.de als Ergänzung zur klassischen Bewerbung aufmerksam gemacht hat. Nun berichtete die Süddeutsche mit Unterstützung von Svenja Hofert und Steffen Westermann als den Experten über Bewerbungsvideos, deren Vorteile und deren Gefahren. Uns ist bisher leider kein Video in die Hände gefallen, aber in Anbetracht der Tatsache, dass unser Schwerpunkt eher auf dem Bereich IT liegt, ist das weniger verwunderlich. Eine schöne Abwechslung wäre es dennoch, denn nicht alles, was mit Informatik zusammenhängt schließt automatisch Kreativität aus.
Die Haken an solch einer Bewerbung liegen jedoch tatsächlich auf der Hand: Das Video soll Sympathie wecken, doch das ist höchst subjektiv. Es sollte keine Gefahr für das Augenlicht des Personalers darstellen, also muss auf ein gewisses Maß an Bild- und Tonqualität geachtet werden. Wie beim Vorstellungsgespräch zählen auch hier Kleidung, Mimik, Gestik und Aussprache. Im Großen und Ganzen ist so ein Bewerbungsvideo, soll es erfolgreich eingesetzt werden, also sehr viel Aufwendiger als die Erstellung einer Bewerbungsmappe. Aber es bietet die Möglichkeit, die eigene Persönlichkeit viel besser zu transportieren. Der Aufwand muss also nicht unbedingt rechtfertigen, die Finger davon zu lassen.
Entscheidend ist die Umsetzung: Wo lasse ich das Video machen? Mache ich es mit Hilfe von Freunden selbst? Wo drehe ich das Video? Auf dem eigenen Bett vor der Webcam sitzen bietet sich eindeutig NICHT an. Welche Stärken will ich in und durch das Video zum Ausdruck bringen? Habe ich Humor, kann ich mich gut ausdrücken und/oder habe ich eine gute Ausstrahlung, die durch ein Video besonders gut zur Geltung kommen? Auch hier ist das Maß entscheidend, denn diese Stärken können keinesfalls die fachliche Qualifikation ersetzen. Und diese sollte auf jeden Fall auch ihren Platz im Video finden, falls man das Video allein und nicht als Ergänzung zu Zeugnissen bzw. Skill-Profil nutzen will.
In der SZ empfiehlt nun Svenja Hofert, dass Video doch am besten auf der eigenen Homepage unter zu bringen und nicht auf einer CD-ROM zu versenden. Sicher ist das eine Möglichkeit, aber das setzt natürlich voraus, dass man eine Website sein Eigen nennt. Eine CD-ROM ist deshalb keine schlechtere Idee. Alternativ dazu gibt es ja außerdem noch die Möglichkeiten, der Welt ein Video von sich auf dem oben genannten Portal zu offerieren.
Sehr schön finde ich den Kommentar eines Lesers zum Artikel der SZ: Wieso sollen Personaler, die dringend eine Stelle besetzen müssen, immer den Bewerber in der Bringpflicht sehen? Wieso drehen nicht Personaler ein Video von sich und dem Unternehmen, um dem Bewerber deutlich zu machen: “Hier macht es Spass zu arbeiten!”? Nun, auch das wird es in Zukunft wahrscheinlich vermehrt geben. Erste Versuche, das eigene Unternehmen im Video vorzustellen um Fachkräfte zu finden, sind uns da schon zu Ohren zu gekommen.
Themenbereich(e): Bewerbung
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