Der Anruf vor der Bewerbung…
Geschrieben am 17.07.2008 um 08:03 Uhr von Nadia Kittel
…ist ganz grundsätzlich richtig und eine gute Sache, darüber haben wir schon öfter geschrieben. Es lohnt sich oft, sich persönlich zu melden und offene Fragen zu klären. So könnte man Details zur Stelle abfragen, Kontaktinformationen einholen, sich über das Unternehmen informieren, die gewünschte Art der Bewerbung (E-Mail, Post etc.) zu erfragen und so weiter. ABER: Bitte vorher nachdenken: Erst überlegen, dann anrufen. Denn nicht selten ereilen mich Anrufe folgender Art:
Ich: Mein Sprüchlein, mit dem ich mich am Telefon melde.
Bewerber (nuschelnd): Ähm, hallo… Hier ist XYZ. Ich rufe wegen Ihrer Stellenanzeige an.
Ich: Schönen guten Tag. Um welche Stelle handelt es sich denn?
Bewerber: Die Stelle, die Sie im Internet ausgeschrieben haben.
Ich: Das Internet ist recht weitläufig. Wo genau haben Sie denn eine Stelle von uns gefunden?
Bewerber: Das weiß ich nicht mehr. Es war auf jeden Fall was mit Computern.
Ich: Okay, von der Sorte haben wir recht viele im Angebot. Haben Sie vielleicht eine Referenznummer zur Hand?
… Das geht noch eine Weile so weiter, bis ich ahne, um welche Stelle es sich handelt…
Ich: Wie kann ich Ihnen bezüglich der Stelle helfen?
Bewerber: …längere Pause… Ähm, ich wollte mal wissen, ob es stimmt ,dass Sie html-Kenntnisse voraussetzen.
Ich: Ja, das stimmt.
Bewerber: Und ob die Stelle auch wirklich in Jena zu besetzen ist.
Ich: Wenn die Dinge in der Stellenanzeige stehen, können Sie davon ausgehen, dass das so stimmt. Haben Sie weitere Fragen?
Bewerber: Nö. Dann gebe ich meine Bewerbung dann gleich in die Post.
Ich: Nein, bitte nicht. Wir möchten nur E-Mail-Bewerbungen. Steht auch in der Anzeige drin.
Bewerber: Das ist blöd, da muss ich ja meine Zeugnisse irgendwie einscannen…
Und so weiter und so fort. Dieses Gespräch wiederholt sich so und in ähnlicher Weise etwa zehn Mal am Tag. Nicht, dass ich etwas gegen Anrufe hätte, im Gegenteil. Ich freue mich über interessierte Bewerber. Aber Fragen zu beantworten, die in der Anzeige eindeutig schon beantwortet sind, macht wirklich keinen Spaß. In diesen Fällen zweifle ich daran, dass die Bewerber irgendwie für die Stelle geeignet sind. Denn wenn man ein Angebot wirklich interessant findet, liest man doch erstmal genau nach, schaut sich dann vielleicht noch die Firmenhomepage an und ruft erst an, wenn einem wirklich Fragen einfallen.
Nur anrufen des Anrufens willen, ist nicht gut. Gar nicht gut. Das nervt. Dann lieber gar nicht anrufen, sondern einfach die Bewerbung schreiben. Oder es bleiben lassen.
Themenbereich(e): Bewerbung, Recruiting
3 Kommentare zu „Der Anruf vor der Bewerbung…”
Nein, das tue ich nur in positiven Fällen. Ich verdrehe die Augen und bin irgendwas zwischen amüsiert und genervt.
[...] absolut nicht machen sollte, wenn man sich für eine Stelle interessiert. Gerade las ich da von interessanten Telefonaten und da kam mir wieder das Gespräch mit meiner Mutter in den [...]
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Mirko
17.07.2008, 09:43 Uhr
#1
notiert man sich da den Namen?