Sehr geehrte(r) Mr. und Mrs. Massenbewerbung,
Geschrieben am 27.11.2009 um 08:09 Uhr von Johannes
vielen Dank für Ihr ernsthaftes Interesse an unserem Unternehmen. Wie ich Ihrem Standardanschreiben entnehmen kann, haben Sie noch weitere „Eisen im Feuer”, dabei wünschen wir Ihnen viel Erfolg, denn leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir Ihre Bewerbung nicht in das weitere Auswahlverfahren einbeziehen.
Die einen zieht es zu Massenprotesten, die anderen zu Massenbewerbungen. Leider mögen wir diese Form der Bewerbung ganz und gar nicht. Ein ganz besonderer Fall, hat mich nun veranlasst, noch einmal einen dringenden Aufruf an Mr. und Mrs. Massenbewerbung zu verfassen.
Was war geschehen? Folgender Wortlaut war einer aktuellen Bewerbung zu entnehmen:
„Sehr geehrte Damen und Herren,
sie sind Opfer einer Massenbewerbung geworden, welche ich an weitere 99 Unternehmen gesendet habe. Bitte entschuldigen Sie daher den unpersönlichen Ton (…)”
Dies finden wir leider gar nicht lustig, genauso gut hätte die Kandidatin ihre Bewerbung 100-mal an ihren Papierkorb senden können. Denn auch in andere Unternehmen dürften ihre Jobchancen kaum von größerem Erfolg gekrönt sein. Gerade die individuelle Note Eurer Bewerbungsunterlagen, hebt Euch klar von der grauen Bewerbermasse ab. Letztendlich macht der Personaler daran Eure Ernsthaftigkeit an der zu besetzenden Stelle fest. Denn das Unternehmen will aus Euren Unterlagen erkennen, dass Ihr genau diesen „einen” Job wollt. Wie Ihr das am besten schafft findet Ihr hier.
Ich bin davon fest überzeugt, dass Ihr mit einer individuellen Note in Euren Unterlagen deutlich mehr Erfolg haben werdet. Deshalb setzt Euch lieber mit ausgesuchten Stellenprofilen genauer auseinander, als Euch massenhaft mit Standardanschreiben zu bewerben.
Themenbereich(e): - Bewerbungsunterlagen
6 Kommentare zu „Sehr geehrte(r) Mr. und Mrs. Massenbewerbung,”
ani
#2
..irgendwie lustig ist es aber schon, so als außenstehender
auf was für ideen manch einer kommt, respekt! *kopfschüttel*
fakt ist aber auch, dass gerade in zeiten wie diesen der wille nach einem job, den man sich “ganz gut vorstellen kann” größer ist, als der unbedingte drang bei “GENAU diesem EINEN unternehmen” arbeiten zu wollen. individualität leidet darunter immer. ich habe sowieso meine probleme mit dieser formulierung “individualität in einer bewerbung” … ich bin gott sei dank wieder arbeitstätig, hatte eine kurze bewerbungsphase - aber hinter meinen individuellen pinselstrich an bewerbungen bin ich immer noch nicht gekommen ….
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sophiste
#4
So ein “individuelles Anschreiben” ist doch eh immer mehr Heuchelei. So gut wie jeder Bewerber wird sich auf sehr viele Stellen bewerben. Was soll eine “interessante” Formulierung schon großartig aussagen? Viel relevanter sind doch die harten Fakten im Lebenslauf. Die kann man nicht so einfach verdrehen, ohne dass es auffällt. Dem Anschreiben so hohe Bedeutung beizumessen scheint mir übertrieben, ich bin aber kein Personaler
Mir ist aber schon klar, dass das gängige Praxis ist.
Pille Palle
#5
Schlicht der Brüller, dass es hier offenbar nichts wichtigeres gibt, als sich mit dem tatsächlichen Hintergrundgedanken der Berwerbung zu befassen … und gegen solche Spammer wie beispielsweise mehrerfolg4… und Co vorzugehen!
Dagmar Thiemann
#6
Um die aus dem Zusammenhang gerissene Passage sinnvoll zu beurteilen, müsste man die Hintergründe kennen: Worauf hat sie sich beworben? Es gibt Branchen, da fände man das als Einstieg durchaus witzig - z.B. in der Werbebranche. Von mir würde die Bewerberin Pluspunkte bekommen, weil sie auf witzige Art versucht, mit der allseits bekannten Tatsache, dass kaum ein Unternehmen sich einbilden braucht, das einzige zu sein, bei dem sie sich bewirbt. Wenn es im Anschreiben dann humorvoll weiter ginge, könnte das ein guter Brief sein. Wenn nach diesem Einstieg aber nur allgemeines BlaBla folgt, würde ich es auch genauso daneben finden, wie die Schreiber vor mir.
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Tanja
27.11.2009, 10:27 Uhr
#1
Ich glaube, dass das weder ein Scherz war noch jemand ernsthaft denkt, damit Chancen zu haben. In Anbetracht der Tatsache, dass man eine bestimmte Mindestanzahl an Bewerbungen für die Arbeitsagentur verfassen muss - unabhängig davon, ob es überhaupt so viele Angebote gibt, zu denen man passt - kommen manche vielleicht auf Idee, solche Bewerbungen zu verschicken, die von vorne herein zum Scheitern verurteilt sind, um die Liste voll zu bekommen.