Was macht eigentlich ein Web Publisher?

Geschrieben am 26.11.2009 um 08:11 Uhr von Daniela Krüger

 

Vor einiger Zeit hatte Nadia ja mal besonders skurrile Jobangebote auf dem Blog vorgestellt. Daran will ich heute mal anknüpfen. Zwar ist damit kein Gewinnspiel verbunden, aber hoffentlich der Einblick hinter die Kulissen eines Jobs, der im Online-Zeitalter allgegenwärtig ist.

Die Einordnung des Web Publishers zu einer bestimmten Berufsgruppe ist gar nicht so einfach. Auf der einen Seite soll er Informatik können und sich mit Programmiersprachen wie CSS, HTML und JavaScript auskennen. Auf der anderen Seite verlangt man vom ihm hervorragende Marketing-Kenntnisse und eine Hang zum Ästhetischen. Das vereint also den PC-Freak, den BWL-Snob und den alternativen Künstler - klingt unwirklich, aber nicht unmachbar! Denn nicht jeder lässt sich ja in eine Schublade stecken.

Die Aufgaben sind meistens ebenso vielfältig wie die Anforderungen: Mal muss ein Newsletter geschrieben werden, mal muss der Internetauftritt der Firma betreut und aktualisiert werden. Außerdem gehören die Neukundenakquise und Bestandskundenbetreuung ebenso zum Aufgabenspektrum. Dass dabei Soft Skills keine unerhebliche Rolle spielen, kann man sich dann wohl denken. Gerade im Online-Geschäft sind gute kommunikative Fähigkeiten (auch in Englisch) unabdingbar. Und bei der Vielfalt an Aufgaben gehört es natürlich dazu, dass man sich selbst gut organisieren und selbständig arbeiten kann.

Ihr seht also, es geht heiß her bei Web Publishern. Hinter dem Namen steckt also ein bunter Strauß interessanter Aufgaben.

 

Themenbereich(e): Allgemein, Berufseinstieg, Job&Karriere

 

10 Kommentare zu „Was macht eigentlich ein Web Publisher?”

frlan
26.11.2009, 09:28 Uhr

#1

 

> Programmiersprachen wie CSS, HTML

*hust* ;)

Ansonsten beschreibt die Jobbeschreibung ja im Endeffekt die eierlegende Wollmilchsau für das http://WWW.


Strangerli
26.11.2009, 10:10 Uhr

#2

 

Es wird nicht so heiß gegessen wie es gekocht wird. Es gibt nämlich Bremshügel, die von einem weniger verlangen als oben beschrieben. Ästhetik ist eine Sache des Betrachters. Hat der Chef eine andere Ansicht vom Aussehen eines Newsletters oder einer Seite, sei es wegen eines anderen Geschmacks oder weil er einfach keine Ahnung hat aber trotzdem bestimmen will wie es auszusehen hat, so wird die Arbeit “abgenommen” und man passt sich eher mit der Gestaltung an den Chef an. Der Chef bekommt was er will, aber man hat dadurch quasi eine schlechte Referenz für zukünftige Bewerbungen.
Die Gestaltung vom Newsletter selbst ist dank dem neuen Outlook zu einer Zeitreise in die Vergangenheit geworden. Wer damals vor 10 Jahren Webseiten gestaltet hat, wird Newsletter problemlos gestalten können.
Webdesign selbst ist schon eine Art von Marketing, da der Seitenaufbau die Userbility beachten muß, sich mit Userverhalten beschäftigen und die Positionierungen der einzelnen Elemente einer Seite beachten muß. Wie gesagt reden aber da schon Leute rein, die es besser wissen wollen als ein Designer ;-)

Das dumme ist nur das man hinterher für die Entscheidungen anderer verantwortlich gemacht wird.


Strangerli
26.11.2009, 14:04 Uhr

#3

 

Das ist richtig. Und die eierlegende Wollmilchsau ist auch nur ein Nutztier das man ausnutzen muß.

> Programmiersprachen wie CSS, HTML

darauf hab ich jetzt auch nicht geachtet. :-D
Aber eigentlich denkt das doch jeder Laie das es Programmiersprachen sind. Seltsame englische Befehle und Zahlen…
Bald schon “programmieren” wir Briefe in Word :-)


snooze
27.11.2009, 09:36 Uhr

#4

 

solche Äußerungen (>” Programmiersprachen wie CSS, HTML”) fördern die weit verbreitete Meinung das Personaler eigentlich keine Ahnung von dem haben was sie vermitteln sollen. Personaler ohne Fachwissen sind auch meiner Meinung nach ein großes Problem im Bewerbungsprozess und oft der Grund wieso sich Fachkräfte über Vitamin B bewerben.
Ein “nicht so drauf geachtet” ist also garnicht gut ;-)


Reinhard
27.11.2009, 12:20 Uhr

#5

 

Der Personaler hat einfach das Pech mit den Fachtermini der gesammten Bandbreite von Jobs in einem Unternehmen konfrontiert zu werden. Die Begriffe der Vertriebler, Controller, Buchhalter und Marketingleute hat er mit etwas Glück im Studium schon mal gehört. Aber wenn es dann in die Tiefe des technischen Raumes geht lauern die Fettnäpfchen überall. Betriebssysteme, Datenbanken, Programmiersprachen, eine Millionen Abkürzungen - nicht gerade ein Kinderspiel da immer alles in die richtige Tüte zu tun. Manchmal hilft da nur Wikipedia weiter. Wenn dort CSS als “deklarative Stylesheet-Sprache” bezeichnet wird, liegt der Fauxpas sehr nahe. Da kann man sich nur ein bisschen Nachsicht von den Fachleuten wünschen.

Grüße, Reinhard


Strangerli
27.11.2009, 15:06 Uhr

#6

 

So ganz unrecht hat snooze aber nicht. Schließlich ist eine Stellenanzeige, egal ob sie von einem externen Personaler stammen, auch ein Aushängeschild für den Firmenkunden für den er/sie potentielle Bewerber sucht. Was denkt man dann als Bewerber von der Firma? Manchen wird es vielleicht egal sein. Hauptsache ein Arbeitsplatz.


Daniela Krüger
27.11.2009, 16:10 Uhr

#7

 

In meinem jugendlichen Leichtsinn habe ich tatsächlich geglaubt, dass CSS und HTML etwas mit programmieren zu tun haben… :-) Jetzt habe ich gelernt, dass CSS und HTML nicht zu den Programmier- sondern Beschreibungssprachen gehört. Zum Glück ist es in der Original-Stellenanzeige besser formuliert. Und zum Glück bekommen die Unternehmen, die eine externe Firma für die Stellenbesetzung beauftragen, auch das Stellenprofil immer noch mal zur Korrektur vorgelegt.


Gerhard
29.11.2009, 16:46 Uhr

#8

 

Wenn man in den Bewerbungsunterlagen einem Personaler davon überzeugen kann, dass man sich in dem Fachgebiet auskennt, so klappt das dann sicher auch beim zukünftigen, IT-unbedarften Kunden und dies sollte ja auch nicht außer Acht gelassen werden. Wird in den Bewerbungsunterlagen bei den Skills unterteilt in bspw. Webentwicklung, Softwareentwicklung, … mit den jeweiligen Abkürzungen dazu, kann der Personaler das doch gegen eine mystische-Abkürzungs-Liste-der-IT matchen und braucht nicht zu wissen, was das genau ist. Ich bin davon überzeugt, dass ein Personaler einschätzen kann, ob ich zu dem Unternehmen passen könnte oder nicht, wenn von der suchenden Firma ordentlich bspw. mit einer Abkürzungen-angegrenzender-Technologien-Liste ausgestattet wird.


[...] stereotype Einstellung von Informatikern und BWLern gestolpert. Nicht zu letzt die Kommentare zu meinem Artikel, was ein Web Publisher überhaupt macht, hat mich zum Nachdenken [...]


[...] In loser Reihenfolge präsentiere ich immer mal wieder ein paar Jobs, die für Lieschen Müller um die Ecke wohl eher nach einem abgefahrenen Space Shuttle klingen, als nach Arbeit. Heute ist nun der Web Developer dran. Was macht der den lieben langen Tag? Welche Ausbildung muss man machen, um Web Developer zu werden? Und die wichtigste Frage: Gibt’s den Job auch auf deutsch? [...]


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