Employer Branding aufm Lokus
Geschrieben am 16.01.2008 um 09:28 Uhr von Nadia Kittel
Einer unserer Stammleser hat mir heute morgen einen Hinweis auf einen Blogartikel gegeben, dessen Inhalt wirklich erstaunlich ist. Dort geht es um die Toilettenpapier-Theorie, die offensichtlich schon recht etabliert ist. Ich hatte allerdings noch nicht davon gehört. Jedenfalls geht es darum, dass man (wer auch immer der erste war, dem das einfiel) versucht, von der Strategie des Toilettenpapierrollenwechselns in Unternehmen auf deren Unternehmenskultur zu schließen. Das klingt im ersten Moment schräg, denkt man aber länger drüber nach, ist da vielleicht wirklich was dran. Die ganze Erklärung mit Beispielen findet ihr hier, das ist dort derart gut und witzig gemacht, dass ich einen Teufel tun werde zu versuchen das zu toppen. Der Autor überträgt die Theorie im übrigen ganz dezidiert auf Softwareunternehmen, was die Sache zumindest aus unserer Perspektive noch viel lustiger und lebensnaher macht.
Für alle, denen englische Texte am frühen Morgen zu viel sind, nur so viel: Wieviel Vertrauen ein Unternehmen in das Verantwortungsbewusstsein und die Ehrlichkeit seiner Mitarbeiter kann man daran erkennen, wie es mit dem Vorrat an Toilettenpapierrollen umgeht. Verwehrt ein Unternehmen seinen Mitarbeitern den Zugang zum wertvollen Gut, kann das entweder bedeuten, dass davon ausgegangen wird, die eigenen Leute würden die Rollen klauen oder das Unternehmen ist derart bemüht, dass es seinen Mitarbeitern den Anblick von Toilettenpapier ersparen will und dafür sorgt, dass die Rollen aufm Klo nie ausgehen (was ich für die unwahrscheinlichere Variante halte). Zudem beschäftigt sich die faszinierende Theorie mit dem Gedanken, ob, wie und wann die Mitarbeiter die leeren Klorollen gegen neue auswechseln und was man daraus schließen kann. Und ehrlich gesagt, darüber hab ich auch schon mal nachgesonnen. Denn: Wem egal ist, dass der nächste ohne Papier dasitzt, dem ist auch egal, ob noch Kaffee in der Kanne ist und wie es seinen Kollegen sonst so geht. Das kann also tatsächlich Ausdruck einer Unternehmenskultur sein, gar keine schlechte These.
Der erwähnte Blogger rät sogar Bewerbern dazu, vor oder nach dem Vorstellungsgespräch das Örtchen zu besuchen und nachzusehen, wie es um die Klopapierfrage bestellt ist. Sind die Halter gut bestückt und genügend Papier zur freien Verwendung vorhanden, ist alles bestens und man kann den Arbeitsvertrag getrost unterschreiben. Find ich gut.
Er geht sogar einen ganzen Schritt weiter und überträgt diese Erkenntnisse auf die Qualität des Softwareentwicklungsprozesses. Aber diese Erklärung schaut ihr bitte wirklich selber nach.
Ich hab übrigens grad mal bei uns nachgeschaut, es ist alles in Ordnung. Genügend Papier für alle, keine sichtbaren Zeichen von Vandalismus, gut gefüllte Toilettenpapierhalter. Wir sind ein tolles Unternehmen. Und wenn wir Software entwickeln würden, täten wir das mit sehr hohem Qualitätsbewusstsein. Gut zu wissen.
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Ein Kommentar zu „Employer Branding aufm Lokus”
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Fundsachen – Anregungen und Anstöße aus dem Netz ... auf Karriere-Bibel
02.02.2008, 21:09 Uhr
#1
[...] etwas älter und über das Bewerberblog gefunden: Die Toilettenpapier-Theorie. Sie sagt im Grunde: Über die Unternehmenskultur [...]