Schadensbegrenzung bei BRAVO-Bewerbungstipps - Teil II
Geschrieben am 07.08.2009 um 08:17 Uhr von Daniela Krüger
Wie versprochen erscheint heute der zweite Teil zum Thema BRAVO-Bewerbungs-Tipps. Die BRAVO hatte ja in Heft 19/2009 mit der wohlklingenden Überschrift „Die 10 wichtigsten Facts zur Online-Bewerbung” versucht, Licht ins Dunkel der Online-Bewerbung zu bringen. So ganz ist das meines Erachtens nicht gelungen. Deshalb versuche ich heute Fact 6-10 mal ein bisschen zu entschärfen und vor allem richtig zu stellen.
6. Brauche ich überhaupt noch ein Bewerbungsfoto? Die BRAVO rät auf jeden Fall ein Foto auch bei einer E-Mail-Bewerbung mitzuschicken - und zwar nicht als einzelne Datei, sondern in den Lebenslauf eingefügt… Soweit, so gut. Damit kann ich gut leben, auch wenn man mit Hinweis auf den AGG nicht unbedingt ein Foto mitschicken muss - das gilt übrigens auch für Post-Bewerbungen. Was die BRAVO allerdings danach rät, wird bei mir nur mit Kopfschütteln quittiert. Um das Foto auf den Lebenslauf zu bekommen, soll man den Lebenslauf ausdrucken, das Foto aufkleben und wieder einscannen - äh, wie bitte? Wie umständlich ist das denn? Es ist doch um einiges einfacher, das Foto einzuscannen und dann in den Lebenslauf einzufügen. Besser ist natürlich, sich gleich beim Fotografen das Bewerbungsfoto in digitaler Form geben zu lassen.
7. Wie unterschreibe ich meine Bewerbung? Hier bin ich mit dem Vorschlag der BRAVO, die Unterschrift einfach wegzulassen, durchaus einverstanden. Möglich ist aber auch, dass man seine Unterschrift einscannt und dann wie das Passfoto als Bild einfügt.
8. Wie groß darf meine E-Mail sein? Wenn die empfohlene Maximalgröße von 500 KB tatsächlich eingehalten würde, wäre ich froh. Allerdings ist es wirklich schwierig, dann alle wichtigen Dokumente in einer halbwegs lesbaren Auflösung anzuhängen. Also ich bin der Meinung, dass gängige E-Mail-Programme auch Dateigrößen bis 4 MB verkraften. Aber mehr sollte es dann wirklich nicht sein
9. Brauche ich trotzdem noch eine Bewerbungsmappe? Antwort der BRAVO: Ja! Meine Antwort: Wozu? Den Hinweis, dass man die Mappe ja gegebenenfalls noch mal beim Gespräch nachreichen muss, halte ich für fragwürdig, denn das Unternehmen hat ja bereits die Online-Bewerbung. Wenn man die Bewerbung noch mal für sich selbst ausdruckt, ist das natürlich was anderes.
10. Was ist ein Bewerbungsformular? Der BRAVO-Leser wird, nachdem er die Antwort gelesen hat, solche Formulare lieben. Aber nicht immer ist man vom Anschreiben-und-Lebenslauf-Schreiben befreit, denn man muss seine gesamte Bewerbung meistens trotz des Formulars noch mal mit anhängen. Das kann mitunter viel umständlicher und zeitaufwändiger sein, als erwartet.
Auch bei diesen Tipps wird wieder schön deutlich, dass eben keinen vorgefertigen Stil und kein klares Richtig oder Falsch für das Verfassen von Bewerbungen gibt. Die Möglichkeiten sind vielfältig, die Fehler auch. Von daher ist es immer ratsam, sich nicht nur auf einen Ratgeber zu verlassen, sondern sich vielseitig zu informieren. Bei offenen Fragen lohnt dann auch ein Anruf im Unternehmen.
Den ersten Teil zu diesem Artikel findet Ihr übrigens hier.
Themenbereich(e): - Bewerbungsunterlagen, Fundstücke
3 Kommentare zu „Schadensbegrenzung bei BRAVO-Bewerbungstipps - Teil II”
Hallo Daniela.
zu Punkt 8 möchte ich gern hinzufügen, dass es, wie so oft, durchaus darauf an kommt mit der Größe.
Einerseits darf man nicht vergessen, dass eine Datei (PDF, Word, …), die zum Beispiel 4 MB groß ist, nach Versand per E-Mail etwas über 5 MB groß wird. Man muss etwa 30% auf die Originalgröße drauf rechnen, da die E-Mail inklusive Anhang vom E-Mail-Programm für den Versand umgewandelt wird. Falls es also wirklich ein hartes Limit bei 4 MB geben sollte, fiele man damit raus.
Ich denke auch, dass das Problem mit der Dateigröße eher weniger mit der Fähigkeit des E-Mail-Programms als mit der maximalen zulässigen Größe für E-Mails eines Mail-Kontos zu tun hat. Da kann einem durchaus auch das eigene Mail-Konto einen Strich durch die Rechnung machen, wenn man zum Beispiel bei web.de Freemail ein kostenloses Mail-Konto unterhält, da dort auf 4 MB begrenzt ist (Stand: vor ein paar Wochen).
Frank
#3
Hi,
klar ist es am Anfang vielleicht nicht so einfach die ganze Bewerbung in ein einziges PDF zu packen.
Wahrscheinlich wurde davon ausgegangen, dass sich die Leser/innen kein professionelles Programm wie Adobe Acrobat Pro leisten können und so fort.
Allerdings gibt es statt der angebotenen Lösung von der Bravo auch noch eine meiner Meinung nach bessere (wenn man keine anderen Programme hat):
Mein Tipp für den kleinen Geldbeutel:
Alle Dateien in ein einziges Word-Dokument einfügen und dann mit einem kostenlosen PDF-Writer aus der Word-Datei ein PDF machen.
Hier ist z.B. ein kostenloses Programm: http://www.pdfforge.org/
Wenn man ein wenig googelt findet man sicherlich noch andere kostenlose Programme.
Kurze Erklärung: Prinzipiell druckt man hier die Datei einfach aus. Nur anstatt dass diese aus dem Drucker kommt wird ein PDF geschrieben.
Dieses PDF darf meiner Meinung nach gerne bis zu 4 MB haben.
Das dürfte kein Problem darstellen. Die meisten kostenlosen Anbieter von E-Mail-Adressen unterstützen bis zu 5 MB (beim Abschicken) und der Empfänger in einer Firma sollte wesentlich mehr Empfangen können. I
Ganz bestimmt nicht zu empfehlen ist der Punkt 6.
Da muss ich auch meinen Kopf schütteln.
Vielleicht stand dem Verfasser nicht mehr Platz für den Artikel zur Verfügung und das konnte am schnellsten erklärt werden.
Einmal ausdrucken, aufkleben und wieder scannen.
Heutzutage fotografieren ja die wenigsten Fotografen noch analog.
Eine digitale Vorlage ist leicht zu bekommen.
Natürlich kostet die ein wenig mehr, dafür kann man sie ja so oft reproduzieren wie man möchte. Und genau dieses digitale Foto kann man ja spielend leicht in Word einfügen.
Wer natürlich über professionelle Programme verfügt, die dafür auch geschaffen wurden,
wie InDesign, Photoshop und Acrobat sollte diese auch nutzen. Aber das versteht sich ja von selbst.
Grüße
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