Wenn der Bewerber den Arbeitgeber googelt…

Geschrieben am 30.06.2009 um 08:05 Uhr von Daniela Krüger

 

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich einen Artikel mit der Überschrift „Wenn der Personaler den Bewerber googelt” geschrieben und heute ist mir endlich eingefallen, dass das Internet ja keine Einbahnstraße ist, sondern man das Ganze ja auch umkehren könnte.

Gerade für das Vorstellungsgespräch wird erwartet, dass der Bewerber sich mit dem Unternehmen etwas genauer auseinandersetzt - also die wichtigsten Geschäftsdaten weiß, die Namen der Geschäftsführer kennt und vielleicht sogar etwas aus der Firmenhistorie wiedergeben kann.

Wieso sollte er dann nicht auch mal den Namen des Geschäftsführers bei Google, Xing oder im StudiVZ eingeben? So kann auch der Bewerber herausfinden, welche Fußspuren der potenzielle Chef im Internet hinterlassen hat. Wenn man dann auf das ein oder andere Partybild stößt, weiß man zumindest, dass auch hinter diesem Geschäftsführer nur ein Mensch steckt. Außerdem lernt man so den Chef in dem Unternehmen schon vorab ein bisschen besser kennen: Man weiß, wie er aussieht, kennt vielleicht einen Teil seines Bildungs- und Berufswegs und hat zumindest den Eindruck, dass er der web2.0-Welt nicht völlig abschwört. Man erfährt so zum Beispiel auch, in welche Richtung seine Fragen in einem Vorstellungsgespräch gehen können: Ist der Chef eines Softwarehauses selbst Informatiker kann man mit intensiven IT-Fragen rechnen. Ist er BWLer, wird er eher bei anderen Aspekten genauer nachfragen und die technischen Fragen vielleicht einem Mitarbeiter überlassen.

Und selbst wenn man nichts findet, hat man doch einiges herausgefunden: Man könnte mutmaßen, das Unternehmen macht nicht jeden web2.0-Hype mit oder mag sich nicht im Netz präsentieren oder ist einfach ein wenig altmodisch.

Ich könnte jetzt die ganze Sache noch viel weiter diskutieren und unzählige Pros und Cons aufzählen, aber ich denke, das Fazit liegt auf der Hand: Man kann sehr viel spekulieren, warum sich eine Person wie im Netz präsentiert und warum nicht - und das gilt für beide „Fahrtrichtungen”. Letztlich sollte man sich immer auch ein reales Bild machen, um den Bewerber oder den Arbeitgeber beurteilen zu können.

Blogaboutjob hat Prof. Dr. Jäger von der FH Wiesbaden zu diesem Thema in einem Video befragt:

 

Themenbereich(e): - Online-Recruiting, - Vorstellungsgespräch, Internet

 

Ein Kommentar zu „Wenn der Bewerber den Arbeitgeber googelt…”

Vioworld
30.07.2009, 11:20 Uhr

#1

 

Danke für die Anregung: http://bit.ly/Aeszn

Hagen Kohn


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