Bachelorstudium - Chance oder Hürde auf dem Arbeitsmarkt?!
Geschrieben am 18.05.2009 um 08:00 Uhr von Gastautor
Unser Gastautor Daniel studiert Bachelor of Arts in Business Administration mit den Spezialisierungsrichtungen Marketing und Wirtschaftsrecht an der Fachhochschule Jena. Er hat sich Gedanken darüber gemacht, wie der Bachelor auf dem Arbeitsmarkt ankommt.
Der Bachelor - Ein besserer Facharbeiter?
Dass der aus dem angelsächsischen System übernommene Bachelor-Abschluss nicht das hohe Ansehen des Diploms teilt, ist mir schon länger bewusst. Auf dieses Thema von einem Geschäftsführer angesprochen, musste ich jedoch den Satz hören: “Bachelor sind für mich bessere Facharbeiter.” zu hören, verursacht dann doch etwas mehr als bloßes Stirnrunzeln.Ärgerlich ist dies vor allem im Hinblick auf das konkrete Fachwissen. Beispielsweise hat sich die Fachhochschule Jena für einen Bachelor mit sieben Semestern Regelstudienzeit entschieden. Das Diplom hatte acht Semester. So mussten bei den Theoriesemestern keinerlei inhaltliche Abstriche gemacht werden. Das Anforderungsniveau ist das gleiche geblieben. Lediglich das Praxissemester und das Diplomsemester sind zusammengefallen. Ein Bachelor der FH Jena weiß also genausoviel wie ein Diplomer, hat das gleiche durchgemacht und musste genauso hart arbeiten.
Dies ist aber an den wenigsten Hochschulen der Fall. So ist das Ansehen des Bachelors in Deutschland, vor allem durch die in der Regel zwei Semester kürzere Studienzeit, weit schlechter als das des Diploms. Leider.
Ein Aufbaustudium in Form des Masters ist fast unumgänglich, zumindest wenn der Einstieg ins Unternehmen “weiter oben” erfolgen soll. Vor diesem Hintergrund un der Tatsache, dass ein “German Diplom” ein auch international hoch angesehenes und bekanntes Qualitätsmerkmal darstellt. ist die Anpassung des deutschen Systems umso unverständlicher.
Sicher, man wollte mit dem Bologna-Prozess einen einheitlichen eurpäischen Hochschulraum schaffen, die Zahl der Studienabbrecher verringern, die Studienzeiten verkürzen und damit natürlich auch die Kosten senken. Fakt ist jedoch, dass die wenigsten Ziele erreicht wurden und mit dem Diplom ein internationales Alleinstellungsmerkmal unnötigerweise abgeschafft wurde.
Themenbereich(e): - Arbeitsmarkt, Ausbildung, Berufseinstieg, Job&Karriere
2 Kommentare zu „Bachelorstudium - Chance oder Hürde auf dem Arbeitsmarkt?!”
[...] Studentenleben Vor einiger Zeit las ich diesen Artikel. Ein Rundumschlag zum Thema Bachelor vs. Diplom. Und dazu wollte ich dann auch noch etwas sagen. [...]
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Organisiert.ch
21.05.2009, 21:45 Uhr
#1
Bei uns in der Schweiz sieht das ganz ähnlich aus.
Ein Bachelor ist in den meisten Fächern nicht wirklich etwas wert auf dem Arbeitsmarkt… Hauptsache durch dieses Bologna-System wird alles vereinheitlicht, mit dem Ziel der internationalen Anpassung und Vergleichbarkeit, was aber in der Realität überhaupt nicht funktioniert. Bin ja gespannt was die Zukunft da bringen wird…
Lustig finde ich auch, dass bei uns z.B. auch das Medizinstudium “bolognisiert” wurde… Der Bachelor in Medizin nützt den Inhabern jedoch gar nichts… Wer will denn schon einen halben Arzt?