Wellness am Arbeitsplatz II

Geschrieben am 13.05.2009 um 08:04 Uhr von Isa Schmiedgen

 

Eine Reproduktion von Gustav Klimts “Der Kuss” macht die Rückenschmerzen nur noch halb so schlimm, aber wäre es nicht noch schöner, wenn man ein schickes Bild UND keine Rückenschmerzen hätte? Ein ergonomisch eingerichteter Arbeitsplatz kann so manches Leiden verringern. Schade nur, dass der Bürostuhl in aller Regel keiner eigenen Kaufentscheidung entsprungen ist. Der Arbeitgeber sorgt für den Arbeitsplatz und da nimmt man vornehmlich das, was man kriegt. Aber hier sind ein paar Argumente, die beim nächsten Meeting eventuell alle von einer gepimpten Büroeinrichtung überzeugen.“Ich habe Rücken!” ist in den Bürotigerkreisen mittlerweile eine gängige Antwort auf die Frage, wie es denn so gehe. Bis zur völligen Bewegungslosigkeit werden manche gar mit Verspannungen im Nacken und mit Rückenschmerzen geplagt. Das ist nicht nur für die eigentlich Betroffenen schlecht, sondern auch für den Arbeitgeber. Eigentlich blöd, so zu argumentieren, immerhin wäre es aus reiner Nächstenliebe schon schön, man würde sich um die Gesundheit der eigenen Angestellten sorgen. Aber für bei den Hardlinern unter den Arbeitgebern zieht wahrscheinlich die liegen gebliebene Arbeit und die Anzahl der Krankschreibungen am ehesten. Also ran mit neuen Bürostühlen, die für produktive Mitarbeiter sorgen!

Das Zauberwort bei der Stuhlwahl ist “dynamisches Sitzen”: Immer mal wieder die Sitzposition ändern durch flexible Rückenlehne und ausreichend große Sitzfläche sorgt dafür, dass einseitiger Belastung vorgebeugt werden kann. Ganz wichtig sind die Rollen am Stuhl, denn die Königsdisziplin des “dynamischen Sitzens” ist immer noch der Wettkampf im Rumrollern auf dem Etagenflur. Da geht es um Schnelligkeit, Eleganz der Performance und um optisch ansprechende sowie aerodynamische Stuhlgestaltung…

Auch wichtig ist im Arbeitsalltag, dass die Beine durchblutet werden. Sonst schlafen diese ein und bekommen in vorgerückter Stunde eine seltsame Blaufärbung. Eine gute Durchblutung = keine Selbstverständlichkeit, wenn man acht Stunden und mehr am PC arbeitet. Für ausreichend Blutzufuhr sorgt genügend Beinfreiheit am Tisch, so dass man mit bissl hin und her wippen, Fußkreisen, Beinwackeln und mäßigem Zappeln die unteren Gliedmaßen in Bewegung halten kann. Das ersetzt jedoch nicht ausreichende Bewegung abseits der Arbeit. Natürlich kann man auch die Frühstückspause opfern und statt einem leckeren Essen die Treppen hoch und wieder runter flitzen. Das hält fit, allerdings sinkt dann der Blutzuckerspiegel. Das ist schlecht für den Denkapparat. Zudem gibt es einen kausalen Zusammenhang zwischen sinkendem Blutzucker und zunehmender Gewaltbereitschaft. Na, da kann bei Konflikten schon mal ein Monitor fliegen. Ob da ein schicker Klimt noch harmonisierend wirken kann, wage ich zu bezweifeln.

Wenn nun für ergonomische Möbel gesorgt ist, gilt es nur noch, diese in ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen diesen und unseren Körper herzustellen. Beine senkrecht zum Boden, Monitor ohne Reflexionen und in richtigem Blickwinkel eingestellt, Unterarme waagerecht auf der Tischplatte und schon ist für einen entspannten Nacken und schmerzfreien Rücken gesorgt. Die richtige Blickhöhe kann außerdem Kopfscherzen vorbeugen. Wie die richtige Sitzposition grafisch aussieht, gibt’s auf dem Gesundheitsblog zu schauen.

Was jedoch ist, wenn man die richtigen Möbel, die richtige Sitzhöhe und so weiter bedacht hat, die Beinfreiheit jedoch recht klein ist, der Monitor dafür aber sehr weit weg steht? Nun, dann kann es sein, ihr habt einfach die falsche Tischseite gewählt … ;-)

P.S. Für alle Bandscheiben-Fans: Hier mal gucken!

 

Themenbereich(e): - Arbeitsalltag, Allgemein

 

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