Phrasen dreschen

Geschrieben am 15.04.2009 um 08:48 Uhr von Nadia

 

Ich weiß, dass es den meisten Menschen schwer fällt, zu erklären, was sie für einen Job ausführen. Wenn man Pilot ist oder Bäcker, gestaltet sich das nicht schwer, aber dann wird man vermutlich auch nicht so oft danach gefragt. Flugzeug fliegen, Brot backen: Ist ja klar.Ist man nun aber Projektmanager, Produktreferent oder Marketing Assistent, steht man in der Regel vor einem mittelschweren Problem. Versuche einem Kind zu erklären, was Du als Produktreferent machst: Ich telefoniere mit fremden Leuten, schreibe Berichte, habe Ideen, sitze in Meetings oder wie?

Man sollte deshalb, gehört man einem erklärungsbedürftigen Berufsstand an, eben jene Erklärung sowohl schriftlich (im Anschreiben!) als auch mündlich (im Vorstellungsgespräch und beim “Networking”) aus dem EffEff beherrschen. Man nennt das in Kommunkationstrainings auch “Elevator Pitch“, also quasi ein Stück Monolog über sich selbst und/oder seinen Job, der perfekt sitzt und der aus jedem stockenden Small Talk eine amüsante und inhaltsvolle Runde macht.

Nun sollte in dieser Beschreibung nicht das übliche BlaBla vorkommen, das man selbst schon in seiner eigenen Stellenbeschreibung nicht verstanden hat. Besser ist es, seine tatsächlichen alltäglichen Tätigkeiten und deren Ziele möglichst bildlich und realitätsnah darstellen. Nur so kann nämlich das Gegenüber eine Brücke zwischen der Person und dem Job schlagen.

Schließlich sagt es wenig über mich aus, wenn ich von mir gebe, “im HR-Business, speziell im IT-Recruiting” tätig zu sein. Spreche ich aber davon, dass ich mit unseren Kunden deren Stellenangebote durchspreche, Stellenanzeigen in Online-Stellenbörsen schalten und mich dann mit den Bewerbern unterhalte, die mir ihre Unterlagen geschickt haben, wird die ganze Sache plastisch und nachvollziehbar. Auch wenn ich bei einer so gekürzten und vereinfachten Version meines Jobs große Teil nicht erwähne, erhält doch der Gesprächspartner bzw. Leser meines Anschreibens ein besseres Bild davon, was ich tue und welche Talente und Kenntnisse ich dafür wahrscheinlich benötige.

Also: Wie die “offiziellen” Erklärungen zu Jobtiteln lauten, wissen die meisten Personaler eh schon. Werdet deshalb lieber konkret und beschreibt, was wirklich Euer Job war. So kann man in dem einen Unternehmen als Marketing Assistent tatsächlich ausschließlich Assistententätigkeiten für einen Marketing Manager ausgeübt haben und im anderen Unternehmen der einzige Marketing Mitarbeiter gewesen sein. Die gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen sind dann sehr unterschiedlich.

Deshalb sollte man da schon ehrlich sein, denn bluffen hat in Bewerbungen keinen Sinn: Wenn man seinen Job später nicht gut macht, fällt’s eh auf…

 

Themenbereich(e): - Bewerbungsunterlagen, - Vorstellungsgespräch, Bewerbung, Job&Karriere

 

Ein Kommentar zu „Phrasen dreschen”

[...] Aber auch im Bewerberblog fand sich ein interessanter Artikel dazu: Phrasen dreschen. [...]


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