Prioritäten setzen: 3. Die ALPEN-Methode
Geschrieben am 18.02.2009 um 07:55 Uhr von Isa Schmiedgen
Die ALPEN-Methode verdankt ihren schönen Namen nicht gleichnamigem Gebirge, sondern den Anfangsbuchstaben der einzelnen Schritte, die zum Erfolg führen sollen:
- Aufgaben und Termine schriftlich festhalten,
- Länge in etwa einschätzen, die man zur Bewältigung braucht,
- Pufferzonen einrichten, für den Fall der Fälle, dass etwas nicht so läuft, wie es soll,
- Entscheidungen treffen, wo Abstriche nötig sind, und schließlich die
- Nachkontrolle, was habe ich geschafft und was nicht und wieso nicht.
Ausgedacht hat sich das Lothar J. Seiwert, seines Zeichens ausgebildeter Wirtschaftswissenschaftler, ehemaliger Personalberater und Autor von Ratgebern. Der Grundgedanke ist, von der Masse der Dinge ausgehend zu schauen, was wieviel Zeit man braucht, wenn alles gut geht, was wäre bei Problemen, was könnte ich weglassen. Es wird also im Gegensatz zur Eisenhower-Methode nicht erst nach Wichtigkeit und Dringlichkeit gefragt, sondern erst danach, was für eine zeitliche Investition die einzelnen Dinge benötigen und was machbar ist in diesem zeitlichen Rahmen.
Das setzt natürlich voraus, dass man trotzdem, nämlich im Entscheidungsschritt, die Abstriche nach Wichtigkeit macht, eben weil ein Tag nur 24 Sunden, abzüglich Freizeit, Familie, Haushalt und Schlafen 8 bis 14 Stunden hat und man nicht alles schaffen kann. Es sei denn, es handelt sich tatsächlich um eine überschaubare Anzahl an Dingen, die dann jedoch sinnvoll ihrer Reihenfolge nach abgearbeitet werden sollen. Da gilt es nun ebenso, nach sehr wichtig, mittelprächtig wichtig und unwichtig zu sortieren.
Ganz wichtig ist die realistische Einschätzung dessen, was wieviel Zeit in Anspruch nimmt, sonst nützt der beste Zeitplan nichts. Circa 40% sollten als Pufferzone dienen. Im ersten Moment erscheint das zwar viel, aber wer kennt das nicht, dass ein Telefongespräch mal gut und gerne eine halbe Stunde länger dauert als eigentlich geplant, dann hat jemand ein kleines Problem und braucht Hilfe und Ruckzuck ist die Arbeitszeit verstrichen. Man kann mit der ALPEN- Methode übrigens sehr gut lernen, Arbeitsabläufe und deren Zeitintensität abzuschätzen indem man die Nachkontrolle konsequent durchführt. Das heißt: Habe ich etwas nicht geschafft, trotz Pufferzeit oder gar ohne unvorgesehene Probleme, dann liegt es eindeutig an der fehlerhaften Planung. Im Nachhinein kann jeder schauen, warum er sich verschätzt hat. Mit jedem weiteren Tag kann man so immer besser absehen, was man wirklich in einem begrenzten Zeitraum zu erledigen vermag.
Themenbereich(e): - Arbeitsalltag, Ausbildung, Job&Karriere
2 Kommentare zu „Prioritäten setzen: 3. Die ALPEN-Methode”
Hallo Johannes,
bisher habe ich selbst eine Art unqualifizierte Art der ALPEN-Methode benutzt und das ohne zu wissen, dass es diese ist. Ich sehe halt auf meine Liste, überlege, wofür ich wie lange brauche, dann streich Unwichtigeres, weil die Zeit knapp werden würde. Darin hat es sich bisher allerdings erschöpft. Ich habe jedoch auch gemerkt, dass man so manches einfach immer weiter vor sich her schiebt, weil man sich im Zeitplan verschätzt, deshalb finde ich die Methode sehr gut, wenn man sie konsequent umsetzt: Wirklich aufschreiben, was man tut und wie lange und immer Pufferzeit einplanen.
Am besten funktioniert die Methode bei mir in der längerfristigen Planung: Ich mache eine To-Do-Liste, dann überlege ich, was ich wann unterbringe im Tagesablauf (auch um Wege zu optimieren zum Beispiel), wann kann ich es erledigen, sollte ich es nicht schaffen (also neben Pufferzeit gleich die Alternative bei “nicht-Erfüllung” einplanen, meist “heute Abend nach der Tagesschau”
) Dann am Ende der Woche, wenn ich die kommende Woche plane, sehe ich nach, was ich geschafft habe und was nicht und organisiere es neu.
Bei mir ist die Arbeitssituation allerdings derzeit auch eine etwas andere und die Planung versagt oftmals: Ich bin gerade in Elternzeit, arbeite von zu Hause aus und werde derzeit von diversen kranken Kindern aus dem Rennen geworfen. So ist “heute Abend nach der Tagesschau” leider eher der Regelfall denn die Ausnahme und so geht es sicher vielen in der gleichen oder ähnlichen Situation: Pufferzeit 90%!
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Johannes Lenz
18.02.2009, 09:38 Uhr
#1
Hi Isa,
das ist ein altbekanntes Thema, daß ich auch schon bei dem ein oder anderen Seminar mitbekommen habe. Liest sich gut, ist aber m.E. eine echte Herausforderung. Arbeitest Du/ nach ALPEN? Vielleicht könnt Ihr ja einfach Eure Erfahrungen makl kundtun mit der Methode… vielleicht noch eine Spur anschaulicher für alle Interessierten…
Übrigens hat sich da bei den einzelnen Schritten der Rechtschreibfehlerteufel eingeschlichen… (A und L), aber schnell korrigiert.
Beste Grüße aus Stutgart
Johannes