Mille grazie für Ihre Absage auf meine Bewerbung!

Geschrieben am 22.01.2013 um 09:00 Uhr von Angelika

 
Italien Karte Absage

Quelle: Wikipedia (Eric Gaba, Username: Sting)

Heute erreichte mich ein kurzes Dankesschreiben, welches Smileys und doppelte Ausrufezeichen beinhaltete und aus Italien kam. Darin hieß es, dass meine vorher an den Bewerber gesandte Absage die erste Rückmeldung auf eine seiner Bewerbungen war und man damit in Italien normalerweise nicht rechnen könne. Scherzhafterweise sagte ich zu meinen Kollegen, dass ich jetzt wüsste, wie man Italiener glücklich machen kann; schließlich bekommen wir eine zunehmende Anzahl von  Bewerbungen aus Italien. Nein, im Ernst, ich war einfach erstaunt und habe mich dann genauer informiert, was Bewerbungen in Italien und in Deutschland an Unterschiedlichkeiten aufweisen. Das habe ich einmal für Euch zusammengefasst:

Wer sich in Italien bewerben möchte, sollte seine Unterlagen nur knapp halten, 1 ½ – 2 Seiten genügen für den Lebenslauf mit allen wichtigen beruflichen Stationen. Ein Passbild ist unüblich, bei herausragenden physiognomischen Eigenheiten kann es wohl ein Vorteil sein, eines beizulegen, ansonsten kann man gut und gerne darauf verzichten. Ebenso wie auf die Bewerbungsmappe, die in Italien nicht verwendet wird. Stattdessen faltet man die insgesamt 2 bis 3 Seiten und steckt sie in einen normalen Briefumschlag. Zeugnisse nimmt man mit zum Bewerbungsgespräch, in dem man im Laufe dessen aufgefordert wird, diese vorzuzeigen. Eher als nebensächlich wird in Italien das Anschreiben betrachtet. Es sollte die Motivation des Bewerbers beinhalten, nicht mehr und nicht weniger. Bei der Jobsuche in Italien spielen persönliche Beziehungen und Mund-zu-Mund-Propaganda eine größere Rolle als bei uns. Und: Mit schriftlichen Absagen ist nicht zu rechnen.

Wer sich also in Italien bewerben möchte: Buona fortuna!

 

Themenbereich(e): - Auslandsbewerbung, Auslandsaufenthalt

 

4 Kommentare zu „Mille grazie für Ihre Absage auf meine Bewerbung!”

Richard D. Lo Giudice
23.01.2013, 18:16 Uhr

#1

 

HaHaHa!

ich wohne seid ca. 6 Jahren in Italien. Habe nach meinen Fachabi keine lust mehr gehabt auf das kalte Deutschland und bin ab nach Sizilien! muss leider zustimmen! in Italien ist es fast Unmöglich durch eine spontane Bewerbung / gezielte Bewerbung einen Job zu bekommen! Traurig ist auch das du auch keine Absage bekommst… wenn dann nur durch Auto-Mailer falls die Bewerbung via Email gesendet wurde (und das auch nicht immer :P ). In ca. 6 Jahren habe ich immer in der IT Branche gearbeitet und habe NIEMALS durch ein Bewerbung eine stelle bekommen! geschweige den mein Zeugnis vorgezeigt! Im gegenteil nachdem ich ca 50 Bewerbungen (Deutschen Style) abgesendet habe und (wirklich) keine Antwort bekam habe ich angefangen mich wie ein Italiano zu benehmen und wie oben erwaehnte persönliche Beziehungen und Mund-zu-Mund-Propaganda eine stelle zu finden… nur so funktioniert das… traurig aber wahr… meine Meinung nach ist das der Grund weshalb Italien grad den Bach hinunter geht (klar, nicht nur das wegen, aber auch!) da alle stellen durch Beziehungen und Connections gewonnen werden statt Skill und Koenne! jeder Boss den ich hier hatte hat wirklich kein Plan ueber IT! Ist echt mies… habe auch absolut keine Lust mehr auf dieser unprofessionelle und ungerechte Art und versuche wieder nach D zu kommen… wobei mir wieder auffallt das ihr Deutschen das krasse gegenteil ist :( Zu perfekt, da muss alles stimmen! ein mix-mode waere nicht schlecht :)

ah, PS bin die letzten 5 Jahren in Rom gewesen – und muss sagen das zwischen Rom und Sizilien sich wenig aendert! viel. mehr Auswahl aber die Methoden bleiben gleich!

in bocca al lupo!!!!!!!

:P


Angelika
24.01.2013, 08:58 Uhr

#2

 

Hallo Richard,
vielen Dank für Deinen authentischen Erfahrungsbericht und viel Erfolg bei der Rückkehr nach Deutschland – bei der Stellensuche helfen wir gern! (www.towerconsult.de) :-)


Jan
17.03.2013, 14:43 Uhr

#3

 

So lange in einer Absage kein Grund steht, warum ich den Job nicht bekommen habe und auch sonst nichts Hilfreiches beinhaltet, lege ich keinen Wert darauf, eine Absage zu kriegen. Immer nur dieselben Sätze zu lesen, wie “Bitte betrachten Sie es nicht als Abwertung Ihrer Qualifikationen” (was ist es denn dann?), “Die Entscheidung fiel uns nicht leicht” (Ist mir doch egal, ob sie leicht oder schwer fiel, ich hab die Stelle nicht gekriegt), “Für Ihre Zukunft wünschen wir Ihnen alles Gute”, bringt mir überhaupt nichts, ganz im Gegenteil, es zieht mich nur noch mehr runter. Wenn ich gar nichts höre, weiß ich auch, dass ich die Stelle nicht gekriegt habe, nur dass ich nicht wieder daran erinnert werde.


Melanie
07.06.2013, 14:48 Uhr

#4

 

Ich kann von meiner Seite aus sagen dass ich nicht die gleichen Erfahrungen in Italien gemacht habe wie die die hier geschildert wurden. Ich habe grade mein erstes Jahr Berufserfahrung in Italien hinter mich gebracht (allerdings in Norditalien, da gibt es wohl zu Süitalien deutliche Unterschiede) und bin sowohl in der Bewerbungsphase, wie auch im beruflichen Alltag, auf sehr viel Professionalität und Transparenz gestoßen…und zwar immer mit einem Lächeln im Gesicht und viel Lockerheit, was in Deutschland leider eine Seltenheit ist. Als ich mich entschlossen habe mich in Italien zu bewerben habe ich auch am Anfang keinen Erfolg gehabt, da es doch deutliche die Unterschiede zwischen italienischen und deutschen Bewerbungen gibt. Allerdings habe ich mir dann für ein paar Euros von italienischen Profis die Bewerbungsunterlagen checken und verbessern lassen und 6 Wochen danach war ich bereits in Italien auf Wohnungssuche ;-) Falls jemand ein ähnliches Problem hat, hier die Internetadresse der Berater die mich betreut haben: http://www.obiettivocurriculum.it (Es gibt aber wohl auch andere Anbieter in der Branche)


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