Wer weiß denn schon, wo es hingeht?

Geschrieben am 01.10.2012 um 08:17 Uhr von Claudi

 

Man kann ja viel planen und genaue Vorstellungen vom Leben haben, aber was am Ende davon klappt und wohin es einen verschlägt, ist meistens eine andere Geschichte. Unter Studenten verschriehen als total durchgeplant sind ja meistens die BWLer oder Jurastudenten. Wer am wenigsten weiß, was er will und wo es hingehen soll, ist Kultur-, Sozial- oder Geisteswissenschaftler. Ich gehöre zur zweiten Gruppe und ehrlich: auch ich wusste zum Ende des Studiums nicht, wohin es gehen soll.

Was ich damals wie heute beeindruckend fand, ist, wie sich manche Leute schon mit dem ersten Semester sicher sind, was sie mal machen wollen. Zugegeben, studiert jemand Zahnmedizin, wird er wohl irgendwann in der Richtung arbeiten. Aber für viele andere ist das nicht so eindeutig. Ich habe eine Freundin, die wusste schon während der Abiturphase, dass sie mal in die Erwachsenenbildung gehen möchte und das hat sie auch durchgezogen. Aber was ist, wenn man das nicht so weiß? Klar Praktika helfen oder auch Nebenjobs, in denen man schnell merkt, ob die Richtung/der Job was für einen ist. Gerade als Geisteswissenschaftler hat man von allem was gelernt, aber nichts richtig vertieft (oder nicht viel) und nicht jedes Unternehmen sucht Generalisten.

Aber nochmal zurück zum BWLer-Typ. Der ist ja (ja, ich bin provokativ heute) bekannt als polohemdtragender, karrieregeiler Ellenbogentyp stereotypisiert. Und solche Sätze in Bewerbungen wie: “Da habe ich mich natürlich zu allererst für die bekannten Großkonzerne beworben” tragen zum Image bei. Dennoch sind das ja nicht alle und viele wollen auch tatsächlich in der Region bleiben und in einem kleinen oder mittelständischen Unternehmen einsteigen. Auch gibt es unter den Geisteswissenschaftlern genügend, die raus in die Welt wollen und nicht mit dem Angebot vor Ort zufrieden sind.

Wichtig finde ich aber, dass man sich noch während des Studiums ausprobiert. Auch ich hätte da viel mehr machen können, als ich getan habe. Ich hatte einfach riesig Glück, gleich nach dem Studium eine Stelle gefunden zu haben. Ich kann allen Studenten nur raten, sich intensiv mit dem Leben nach dem Studium und dem eigenen Interesse auseinanderzusetzen. Und ja, ich bin mir sicher, dass ich klinge wie meine Mutter früher. Aber: Auch Nebenjobs wie Kellnern oder Babysitten helfen einem enorm, zumindest die fiesen Softskills zu verbessern.

 

Themenbereich(e): Berufseinstieg, In eigener Sache

 

Ein Kommentar zu „Wer weiß denn schon, wo es hingeht?”

Gerhard
07.10.2012, 15:28 Uhr

#1

 

Dass jemand nach dem Abitur etc. noch nicht genau weiß, wo es hingeht, ist verständlich, aber wie kann es sein, dass jemand jahrelang studiert und dann immer noch keine Ahnung hat? Bei mir persönlich waren mögliche grobe Richtungen schon früh klar und ab der 8. Klasse dann auch relativ fest; vielleicht kann ich es deshalb nicht nachvollziehen. Aber ich möchte gern verstehen, warum es Leute gibt, die in mehreren Jahren Studium es nicht schaffen, sich soweit selbst zu reflektieren, dass sie wissen, was sie im Leben machen wollen. Diese Leute verschwenden ja viel Zeit, die sie eigentlich zur Erreichung ihres konkreten Zieles gezielt während des Studiums investieren müssten, um danach auch wirklich ihren Traumjob zu bekommen (nur mit dem Wissen vom Studium kann man m.M.n in einem spezialisierten Bereich nicht arbeiten und schon gar nicht ordentlich Geld verdienen). Wie kann diesen Leuten geholfen werden?


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