Mein Fazit aus unserer Umfrage
Geschrieben am 27.07.2011 um 08:12 Uhr von Nadia
Ausgehend von der Überlegung, was der moderne Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber verlangt, starteten wir im April unsere Umfrage, die mittlerweile beendet und teilweise ausgewertet ist (Olga hat davon berichtet: hier und hier zum Beispiel).Meine These war von Anfang an, dass Zufriedenheit im Job (vor allem in unserer (IT-)Branche) eng an möglichst viele Freiheiten bei möglichst wenig Stress und Verantwortung geknüpft ist. Und genau das bestätigt unsere Umfrage. Sehr verständlich natürlich: Spiele ich “wünsch Dir was”, dann wünschen sich die Meisten viel Freizeit, viel Geld, wenig Druck und wenig Stress. Ganz klar. Insofern sind die Ergebnisse natürlich nicht überraschend.
Interessant finde ich, dass bei unserer Facebook-Umfrage, bei der Ihr tippen konntet, wie die Umfrage ausgegangen ist, zum Teil völlig andere Ergebnisse herausgekommen sind. Man glaubt also, die anderen würden die gesellschaftlich erwünschteren Antworten liefern als man selbst. Die anderen möchten Verantwortung übernehmen, finden die Aufgaben wichtiger als ihre Freizeit usw. In Wirklichkeit denkt die große Mehrheit ähnlich: Flexible, individuell gestaltbare Arbeitszeiten und Familienfreundlichkeit finden fast alle am Wichtigsten, Individualität ist ein wichtiges Thema, das sich idealerweise auch am Arbeitsplatz umsetzen lässt.
Was heisst das nun für Arbeitgeber, die sich zufriedene Mitarbeiter wünschen? Umdenken! Sich überlegen, wie ich Arbeit und Prozesse so gestalten kann, dass sie auch bei unterschiedlichen Arbeitszeitmodellen getan wird und effizient ist. Regeln einführen, was geht und was nicht. Familienfreundlichkeit fördern, Kita-Plätze zahlen, Elternzeit ermöglichen. Aber auch: Die Mitarbeiter fordern; das individuelle Entgegenkommen mit der entsprechenden Leistung messen. Sind die Arbeitszeiten an mein Leben angepasst, müsste ich ja auch viel besser arbeiten können, entsprechend müssten die Ergebnisse besser sein. Das sollte der Arbeitgeber dann auch einfordern.
Und Verantwortung für die Arbeit des einzelnen und des Teams stärken, die Kommunikation der Mitarbeiter untereinander fördern. Denn wenn es bei der Organisation der Arbeit selbst um so viel Individualität geht, sollte auch dafür gesorgt werden, dass am Ende trotzdem ein gemeinsam Ergebnis effizient erreicht wird. Und das ist ein schmaler Grat.
Themenbereich(e): Familie & Kind, In eigener Sache, Job&Karriere, Umfragen
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