Bewerbungsunterlagen Familie & Kind

Elternzeit im Lebenslauf

Die Elternzeit ist eine großartige Sache, finde ich. Sie ermöglicht es Frauen, ohne größere Probleme und allzu große finanzielle Einbußen eine Jobpause für ein Kind einzulegen. Ich befinde mich mittendrin und kann bisher nichts Schlechtes über diese Sozialleistung berichten. Nun bin ich zwar in Gedanken noch nicht sehr intensiv mit meinem Jobeinstieg beschäftigt, doch die Frage, wie sich eine solche Auszeit im Lebenslauf macht, wie man sie angibt und damit umgeht, ist mir schon oft begegnet und auch nicht ganz uninteressant. Schließlich ist mir die Elternzeit beim Lesen von Bewerbungen oft genug begegnet. Deshalb nun meine Empfehlungen:

Selbstverständlich ist man stolz auf seine Kinder und möchte am liebsten jedem davon erzählen. Das ist verständlich. Aber in der Bewerbung sollte man nicht allzu viel Wind um die Familie machen. Schließlich ist das etwas Privates. Deshalb bin ich der Meinung, dass es absolut genügt, die Elternzeit als Unterpunkt der aktuellen Tätigkeit anzugeben. Also etwa:

seit 07/2006 Personalreferentin, Schwerpunkt Arbeitsrecht

… nun folgen in Stichpunkten die konkreten Aufgaben der Tätigkeit…

07/2009 – 08/2010 Elternzeit

Diese Information reicht absolut aus. Man sollte zusätzlich im Anschreiben kurz (!!) erwähnen, dass man aktuell noch seine Kinder betreut und wann man in welchem Bereich wieder einsteigen möchte. Unnötig finde ich es, anzugeben, ob man verheiratet ist oder nicht, wie der Partner und die Kinder heißen und wann sie geboren wurden. Man kann das tun, klar. Aber es tut ja bei der Bewerbung nichts zur Sache, das sind private Details.

Dass man sich mit Kind und Job arrangieren muss, dass man mit dem Arbeitgeber darüber sprechen sollte, eine Betreuungsmöglichkeit braucht, ab und an wegen einem kranken Kind zu Hause bleiben muss und vielleicht auch mal ein Knirps mit im Büro ist, kann sich der Arbeitgeber dann von allein denken. Und wie man sich das gegenseitig genau vorstellt, wird eh erst dann besprochen, wenn man zum persönlichen Gespräch eingeladen ist, die ersten Hürden also genommen sind.

Deshalb gilt meiner Meinung nach: Die Elternzeit sollte man wie einen Karriereschritt behandeln. Und irgendwie ist es ja auch einer, wenn auch einer im Paralleluniversum :)

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5 Kommentare

  • Hallo,
    ich denke, dass die Elternzeit sich für Männer fast noch besser im „Lebenslauf“ macht. Ich habe mal gelesen, dass gerade die klassischen zwei Monate für Männer beim (potentiellen) Arbeitgeber gut angesehen sind, da sie die sozialen Kompetenzen ungemein erweitern können. Schwieriger würde es allerdings, wenn der Mann wesentlich mehr als diese zwei Monate nehme (zumindest für den aktuellen Arbeitgeber), weil er dann zu lange ausfiele. Bei Frauen dagegen ist die längere Pausen anerkannter. Es besteht in dieser Hinsicht für sie weniger Rechtfertigungszwang (Warum nehme ausgerechnet ICH die längere Phase der Elternzeit?).
    Die Elternschaft an sich ist m.E. für den Mann und seinen Arbeitgeber unkomplizierter bzw. uneingeschränkter positiv zu betrachten, denn auch heutzutage bleibt in der Mehrzahl der Fälle die Frau mit dem kranken Kind zu Hause oder verzichtet auf einige Stunde möglicher Arbeitszeit am Tag, um das Kind von Kita/Hort/Schule abzuholen.
    Ein Grund ist sicherlich, dass Frauen immer noch schlechter bezahlt werden, so dass dieses Argument für die Frau schon mal ausfällt, der „Hauptarbeiter“ in der Familie zu sein. Andererseits kann das Arbeitsleben beider Partner eben nicht mehr ganz genauso weitergehen wie vor einem (oder mehr) Kinder(n). Schließlich möchten die meisten ihre Kinder aufwachsen sehen und in ihren Entwicklungsschritten begleiten. Darin liegt für mich dann auch der tiefere Sinn im Leben. Ach, ich schweife schon wieder aus…

    Liebe Grüße, Jule :-)

  • „Die Elternzeit sollte man wie einen Karriereschritt behandeln. Und irgendwie ist es ja auch einer, …“

    Nadia, ich gebe Dir voll und ganz Recht! :-)

    Liebe Grüße
    Janine

  • @Philipp: Selbstverständlich ist die Elternzeit auch für Männer großartig. Ehrlich gesagt, unterscheide ich da die Geschlechter nicht wirklich, deshalb ist es mir entgangen, auch darauf hinzuweisen, dass alles natürlich auch für Männer gilt.
    @Jule: Ich denke, Du hast recht. Männer, die Elternzeit machen, sind glücklicherweise heute eher Helden als Weicheier. Und auch deshalb macht sich die Auszeit für die Familie bei ihnen extra-gut im Lebenslauf. Zudem würde man wahrscheinlich intuitiv von einem engagierten Familienvater erwarten, dass er sich gut in andere hineinversetzen kann, stressresistenter und eher zu Konsens bereit ist. Ob das so ist, kann ich nicht beurteilen.
    @Janine: Danke!

  • Völliger Schwachsinn.
    In der Branche (Luftfahrt) in der ich tätig bin, ist es ein großes Problem, wenn man Kinder hat.
    Die Elternzeit im Anschreiben und im Lebenslauf zu erwähnen ist in diesen Jobs ein job killer.
    Es gibt genügend andere Bewerber, die flexibler sind.

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