Mitarbeiterzufriedenheit: Erschreckende Zahlen in der IT-Branche

Geschrieben am 03.11.2009 um 08:02 Uhr von Johannes

 

Gestern schockierte mich Nicola Holzapfel (sueddeutsche.de) mit beunruhigenden Zahlen zum Befinden der Beschäftigten in der IT-Branche. Demnach breitet sich starke Unzufriedenheit bei den Mitarbeitern der Branche aus. So können sich nur die allerwenigsten vorstellen, ihren derzeitigen Job bis zur Rente auszuführen. Auf jeden Fall liefert der Artikel reichlich Diskussionsstoff!

Zunächst einmal zum Zahlenwerk: Die alarmierten Zahlen, die den Forschungsergebnisse von Tobias Kämpf entstammen, besagen dass sich jeder zweite Beschäftigte in der IT-Branche überlastet fühlt. Als Referenzwert wurden in dem Artikel die hochqualifizierten Beschäftigten aller Wirtschaftszweige aufgeführt, wonach lediglich 30 Prozent solche negativen Angaben machten.

Mich hat dieses Ergebnis erstaunt, die Unzufriedenheit hätte ich eher bei anderen Berufsgruppen vermutet. Auch wenn ich mir den Stress eines chronisch überarbeiteten Systemadministrators oder aber auch im hart umkämpften Projektgeschäft sehr gut vorstellen konnte. Doch wo liegen die Ursachen?

Neben dem hohen Zeitdruck auf Arbeit wird vor allem das hohe Arbeitsaufkommen als große Belastung wahrgenommen. “Arbeitsverdichtung” heißt das Zauberwort der Arbeitgeber, die Arbeitsmenge steigt bei gleichzeitig komplexeren Aufgabenstellungen. Aber auch die neue Managementmethoden, Zielvorgaben mit permanenter Bewährung,  sollen ursächlich am schlechten Ergebnis der Untersuchung sein.

Für mich stellen sich nun folgende Fragen: Wenn es den Beschäftigten der Branche jetzt schon so schlecht geht, was passiert erst, wenn sich die Mehrarbeit aufgrund der geburtenschwachen Jahrgänge noch zusätzlich auf das Arbeitsvolumen auswirkt? Und spiegeln diese Zahlen wirklich die Tatsachen in der Praxis wieder? Dann gebe ich mal die Fragen gleich an Euch weiter: Ist der Druck da draußen wirklich so groß?

 

Themenbereich(e): Job&Karriere

 

6 Kommentare zu „Mitarbeiterzufriedenheit: Erschreckende Zahlen in der IT-Branche”

snooze
03.11.2009, 08:43 Uhr

#1

 

Hier hast du auch schon deine Ursache: “Mich hat dieses Ergebnis erstaunt, die Unzufriedenheit hätte ich eher bei anderen Berufsgruppen vermutet.”. Viel zu oft werden die Aufgaben in der IT, ganz besonders im Bereich Entwicklung, unterschätzt. Die Folge ist jede Menge “Pfusch” um den Zeitplan einzuhalten. Den wenigsten Entwicklern macht so ein Arbeiten Freude ;-)
mfg!”


Strangerli
03.11.2009, 12:12 Uhr

#2

 

Verehrte Damen und Herren des Managements und der anderen ahnungslosen Führungsbereichen, die sich nicht mit der Technik befassen aber damit Geld verdienen wollen:

- Eine Entwicklung ist nun mal nicht eine Aufgabe von 10 Minuten.
- Vielleicht verdient ihr euer Geld mit dem Verkauf übers Internet, aber im Groben und Ganzen verdient ihr euer Geld mit einem Webserver auf dem Programmierung läuft. Ergo: Technik.
- Wer keine Ahnung von Technischen Dingen hat sollte keine Deadlines setzen.
- Es ist wahr: Man muß Zeit und auch Geld in Technik investieren.
- Praktikanten sind keine Arbeitserleichterung
- Wenn es heißt die Abteilung ist unterbesetzt, dann heißt das nicht das man Mehrarbeit aufgebrummt bekommen soll. Wenn ihr kein Geld für Personal habt, die die Arbeitsmenge durcharbeiten kann, dann sorgt dafür das die Menge konstant bleibt
- Überstunden sind NICHT selbstverständlich
- Freundlichkeit ist nicht die Stärke eines ITlers. Bei Einsicht der vorangegangenen Punkten sollte inzwischen klar sein wieso das so ist.
- Wir finden es nicht komisch wenn Sie über Fachbegriffe der IT sich lustig machen.
- “Wenn man von Leuten Pflichten fordert und ihnen keine Rechte zugestehen will, muß man sie gut bezahlen.” (Goethe)
- Wenn Sie uns eine andere als relevant eingestufte Aufgabe geben, dann bleibt automatisch eine andere liegen.
- Unsere Arbeit und Leistungen runterzuspielen bringt nichts. Spätestens bei einem Ausfall seid ihr auf uns angewiesen und eure Machtlosigkeit wird euch bewußt. Nervös bei uns anzurufen oder bei uns im Büro panisch vorbeizukommen fördert nur unser Ego und bestätigt unsere Wichtigkeit.
- Und zu guter Letzt: Ja, es ist wahr. Wenn Sie sich ein bisschen nur mit Technik befassen würden, wären Sie in der Lage Entscheidungen zu treffen, die die Kosten und den Aufwand senken könnten. Aber wer will schon Mehrarbeit haben, nicht wahr?


Tanja
03.11.2009, 12:29 Uhr

#3

 

Ich könnte mir vorstellen, dass neben einem tatsächlich vorhandenen höheren Arbeitsaufkommen noch zwei weitere Aspekte eine Rolle spielen:
1. das Gefühl ständiger Erreichbarkeit, das durch Dienste wie Twitter vielleicht noch stärker geworden ist und
2. der Aktualitätsdruck, d.h. der Stress, dauernd in allem auf dem neuesten Stand sein zu müssen, keine Meldung über neue Entwicklungen und Trends zu verpassen usw.

Die IT-Branche ist vermutlich näher an den entsprechenden Techniken als beispielsweise die Baubranche, daher dürfte sich der dadurch entstehende Druck auch stärker bemerkbar machen und dann zu einem Gefühl von Überlastung führen. Und die Ursache für den Stress im Job zu suchen ist wohl auch naheliegender als in der an sich doch positiven Vernetzung und Erreichbarkeit.


Strangerli
03.11.2009, 14:38 Uhr

#4

 

Hallo Tanja,

Die ständige Erreichbarkeit würde entfallen wenn es genug Angestellte gibt. Was die Aktualität betrifft, so kann man bei Gott nicht alles wissen. Man hat seine Bereiche, evtl. sogar mehrere davon, und für diese informiert man sich. Wenn es für den Bereich relevant ist, werden die News dann gelesen. Man ist auch aus Leidenschaft in diesen Beruf eingestiegen.

Es ist wirklich wichtig aktuelle Programme und Software zur Verfügung gestellt zu bekommen um so mit den Dateien kompatibel zu bleiben, die die Kunden zusenden oder einfach weil ältere Programme keinen Support mehr haben bzw. auch neue Verbesserungen und Funktionen bekamen. Das ist ein auch Problem, denn wenn die Firma nicht auf dem aktuellen Stand bleibt, so bleibt auch der Techniker mit seinem Wissen auf der Strecke und somit auch dessen Karriere. Darauf hat er keinen Einfluss. Deshalb habe ich auch oben als Punkt geschrieben, daß die Firma letztendlich ihr Geld mit der Technik verdient. Egal welche Branche das sein mag.


Tanja
04.11.2009, 13:31 Uhr

#5

 

Hallo Strangerli,

ich glaube nicht, dass die ständige Erreichbarkeit mit mehr Angestellten entfallen würde. Die Erreichbarkeit, auf die ich mich bezogen habe, wird ja nicht von den Unternehmen verlangt, sondern von den Betroffenen selber – und durchaus freiwillig – hergestellt, eben nicht nur durch das Handy, das man nie abstellt, sondern auch durch die vielen Informationsdienste und sozialen Netze, in denen man sich bewegt. Dass dies alles durchaus Stress und Druck verursachen kann, ist vielen vielleicht gar nicht bewusst, weil die Phänomene “ständig informiert sein” und “vernetzt sein” doch an sich positiv sind.

Gruß
Tanja


Marcio Rocon
07.11.2009, 16:28 Uhr

#6

 

Viel zu oft werden die Aufgaben in der IT, ganz besonders im Bereich Entwicklung, unterschätzt. Die Folge ist jede Menge “Pfusch” um den Zeitplan einzuhalten. Den wenigsten Entwicklern macht so ein Arbeiten Freude


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