Kununu – Arbeitgeber aufgepasst!

Geschrieben am 30.10.2007 um 15:26 Uhr von Jeanette-Freya Enders

 

kununu.jpgEs ergeben sich tatsächlich immer wieder neue Möglichkeiten der Information und Vernetzung, die so neu eigentlich gar nicht sind. Dennoch muss einer drauf kommen. Mark Poreda gehört zu den Menschen, die auf den Zug dieser Weiterentwicklungen mit seinem Portal aufgesprungen ist.

Kununu – das „unbeschriebene Blatt” (Suaheli) – ist ein Portal, das Arbeitnehmern die Chance gibt, Arbeitgeber unter verschiedenen Gesichtspunkten zu bewerten.

Inhaltliches Vorbild für die in Xing-Farben gestaltete Seite (Zufall?) ist das amerikanische Portal Jobvent.com. Im Juni gestartet, kann der Dienst mittlerweile bereits ca. 950 bewertete Firmen vorweisen. Keine schlechte Leistung.

Bewertungen werden anonym abgegeben, sodass zumindest die Arbeitnehmer keinen Schaden durch mögliche kritische Beurteilungen erhalten. Das Einbinden von realen Namen oder auch verweisenden Links auf externe Bewertungen ist untersagt und wird von den Mitarbeitern von Kununu (nach eigenen Angaben) regelmäßig überprüft.

Anders herum ist es schon etwas schwieriger. Die bewertete Firma hat nämlich keinen Einfluss auf das, was über sie geschrieben wird. Frustrierten und/oder ehemaligen Angestellten wird hier eine nette Variante der Rache geboten. Bewertungen kann grundsätzlich jeder für jede Firma abgeben. So kann sich ein Unternehmen selbst positiver darstellen als es ist, ebenso wie verstoßene Angestellte ihr Umfeld zur weiteren Hetze anstacheln können, wenn sie das wollen. Bisher scheinen sich solche Aktionen zwar in Grenzen zu halten, aber es bleibt wohl noch immer abzuwarten, wie viel man bei Kununu in dieser Richtung noch zu tun bekommt.

Völlig verteufeln muss man das Ganze letztlich vielleicht doch nicht. Schlechte Bewertungen sind ja auch ein Feedback für das Unternehmen, das Ansatzpunkt für Verbesserungen sein kann. Und wenn es funktioniert, gibt es Bewerbern schon im Vorfeld die Möglichkeit, sich über den zukünftigen Arbeitgeber zu informieren.

Die Kooperation mit der Online-Stellenbörse Jobware zeigt, dass hier nicht nur die Möglichkeit zur Bewertung, sondern auch zur branchenspezifischen Neuorientierung direkt mit angeboten wird. Gut platziert würde ich sagen…

Ich werde die Entwicklungen in jedem Fall weiter beobachten.

 

Themenbereich(e): - Online-Recruiting, Berufseinstieg, Fundstücke, Job&Karriere, Jobbörsen

 

10 Kommentare zu „Kununu – Arbeitgeber aufgepasst!”

Martin Poreda
30.10.2007, 21:06 Uhr

#1

 

Liebe Frau Jeanette-Freya Enders,
Vielen Dank für Ihre Berichterstattung über kununu.
Tatsächlich arbeiten wir mit Hochdruck daran, die bisher einseitige Kommunikation auf kununu, um eine Möglichkeit für den bewerteten Arbeitgeber zu Bewertungen Stellung zu nehmen, zu erweitern. Bleibt nur abzuwarten ob die Unternehmen mit dieser modernen Art der Kommunikation umgehen können.
Wir sind mindestens so gespannt wie Sie und senden
Liebe Grüße aus Wien
das kununu Team


Jeanette-Freya Enders
01.11.2007, 14:02 Uhr

#2

 

Es hätte mich auch sehr überrascht, wenn Sie in dieser Richtung noch nichts unternehmen würden :-)

Liebe Grüße aus Jena nach Wien


Ronny Fieber
10.11.2007, 09:28 Uhr

#3

 

Super Idee! – ich verfolge mit Interesse die weiteren Bewertungen! Vielleicht sende ich ja auch mal einen Link über unseren Verteiler, damit unsere registrierten Studenten gleich mal loslegen können mit dem “Bewerten” ;-)


Jeanette-Freya Enders
10.11.2007, 12:29 Uhr

#4

 

Ich bin mir sicher, dass sich die Herren Poreda in Wien darüber freuen würden :-)


hilfus
19.03.2009, 14:03 Uhr

#5

 

kununu ist meiner meinung nach absolut unseriös. Der Grundgedanke ist o.k., aber technisch ist es einfach unmöglich menschliches Versagen auszuschliessen! Ich habe ein paar Beispiele gefunden die in der Bewertung absolut unrealistisch sein müssen und eher nach Hetze von einigen ehemailgen MitarbeiterInnen aussehen oder gezielter Diffamierung durch den Wettbewerb. Ich selbst konnte eine Firma mit 7 unterschiedlichen Mailadressen bewerten ohne das dies durch eine angeblich mögliche Prüfung der IP-Adresse auffiel. Die Bewertungen sind bis heute aktiv.Insgesamt finde ich die Aufforderung zur anonymen Meinungsäußerung, egal ob positiv/negativ, menschlich unterste Schublade. Wenn ich ein Problem mit meiner Chefin habe, dann gehe ich hin und rede mit ihr. Wenn ich etwas supercool finde ebenso. Und das hier auf kununu hauptsächlich frustrierte ihren Dampf ablassen war ja vorher zu sehen. Als arbeitgeber hätte ich auf jeden Fall auch absolut kein Interesse mich mit einem “Anonymen” auf diese Art der “modernen” Kommunikation einzulassen.


moman
29.05.2009, 07:46 Uhr

#6

 

@ hilfus

Zum Thema anonyme Bewertung möchte ich eines zu Bedenken geben:

Es gibt Firmen, da hat man keine Meinung zu haben. Da ist allein die Erwähnung, daß man doch einen Arbeitsvertrag habe (an den auch der Arbeitgeber gebunden ist) Anlaß, daß man ganz ober auf die Hitliste kommt. Wenn man sich hartnäckig zeigt, wird man unter Druck gesetzt: Entweder so, wie wir das wollen oder demnächst gar nicht mehr.

Je nach Branche ist der Mitarbeiter dann mehr oder weniger erpressbar. Verzichte ich z.B. auf wichtige finanzielle Aspekte, die mir laut Arbeitsvertrag zugesichert wurden und arbeite dort weiter oder ich beuge mich nicht und nehme die Konsequenzen in Kauf: z.B. als qualifizierte Kraft kaltgestellt zu werden, von Vorgestzten so lange bearbeitet zu werden (Mißverständliche Arbeitsabweisungen, Herabstzen der Leistung ec. …) bis man selbst entnervt die Brocken schmeißt.

Also, ich glaube daß meißten Arbeitgeber auch in schwierigen Zeiten faire Vertragspartner sind. Aber eben nicht alle. Vor denen sollte meiner Meinung nach gewarnt werden, sachlich natürlich, aber auch ehrlich. Wenn in einer Firma ein Klima der Angst herrscht, wenn der Führungsstil repressiv ist, sollte das auch gesagt werden dürfen.

Wäre dort ein gutes Betriebsklima, könnte ich ja auch direkt mit Chef oder Vorgesetzten reden. Bei solchen Firmen verliert man dadurch eher seinen Job und das kann sich längst nicht jeder leisten. Zumindest nicht sofort.

Ich finde daher die Möglichkeit, anonym, also sicher vor weiteren Repressalien oder Kündigung, eine Bewertung zu hinterlassen legitim. Schließlich möchte ich ja auch nicht einfach so ins offene Messer laufen.

Arbeitgeber nutzen auch die Möglichkeit, anonym einen Bewerber zu hinterfragen. Davon erfahren die Betroffenen in der Regel gar nichts. Immerhin wird bei Kununu die Möglichkeit einer Stellungnahme geboten.

Grüße von

“noman”


Gabi
06.07.2009, 17:40 Uhr

#7

 

naja, würde ich sagen. die idee ist ganz ok. aber ich habe festgestellt das die sogenannten bewertungen von den firmen die mich interessieren teilweise sehr geschönt sind. alles ist frieden, freude und eierkuchen. man hat ja auch den einen oder anderen klassenkameradin oder studienkollegin der in der einen oder anderen firma arbeitet und zu ganz anderen schlüssen kommt. noch was vorallem bei negativ bewertungen fehlen die kommentar, ich frage mich warum wohl. trauen sich die bewerter nicht so sagen oder wird der kommentar nicht zu gelassen. ich habe da einige beispiele gesehen. und das hat für mich ein fahlen beischmack, gibts da etwa finanzielle interessentenskonflikte. ich würde prinzipiell solche kommentare sogar einfordern. ich will wissen warum der oder die so negativ bewertet hat. klar gibt es keinen 100% tollen arbeitgeber. aber ich würde gerne einen haben der zu 90% mich zu frieden stellt. deshalb überlege ich mir gar nicht da mit zu machen. ich habe inzwischen weitere konkurrenz entdeckt.. mal sehen ob die es besser machen. eins finde ich gut das die links zu den arbeitgeber mit drin steht. ich meine das auch ein zwei punkt fehlen wie sieht es aus mit sozialen aspekte aus.


Frenzin
27.01.2011, 02:00 Uhr

#8

 

Sehr guter Artikel. Die Idee für Arbeitgeberbewertungen kann ich auch nur gutheißen. Bei der Produktsuche oder bei der Suche nach einem guten Hotel greife ich auch auf solche Bewertungsportale wie kununu.com oder http://www.jobvoting.de zurück. Nicht zu vergessen all die Portale zur Bewertung von Lehrern oder Kinofilmen. Sicher hat das Web2.0 seine Tücken, aber wo stände das Internet heute ohne Web2.0?


Arbeitnehmer
20.06.2011, 19:18 Uhr

#9

 

Super!

Soziale und Faire Arbeitgeber haben ja nichts zu befürchten, im gegenteil…
Aber endlich kann man als Arbeitnehmer andere vor ausbeuter etc warnen, bisher wahr man scharlatan arbeitgeber ja hilflos ausgeliefert….


Kerstin Hellmann
18.10.2011, 12:03 Uhr

#10

 

Hey, kununu ist wirklich nicht relevant. Dort können Arbeitgeber anscheined sich die Bewertung auf WUnsch zusammenstellen. Anders kann ich mir nicht erklären, dass bestimmte Firmen innerhalb eines tages zich sehr alte BEwertungen gelöscht bekommen ahben und am gleichen tag 60 oder so neue Bewertungen im sehr positivem Stil eingefügt werden.


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